Zahnärztliche Praxisgemeinschaft Folz • Pastior  |  Bahnhofplatz 4  |  82110 Germering

 

Endodontie (Wurzelkanalbehandlung)

Wann ist eine Wurzelkanalbehandlung nötig?  

 

Kommt es beispielsweise durch tiefe Karies o.ä. zu einer irreversiblen (unumkehrbaren) Schädigung des Zahnmarks (Pulpa), kann häufig noch eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt werden.

 

Ziel jeder Wurzelbehandlung ist der Erhalt eines Zahnes, der unbehandelt entfernt werden müsste.

 

 

Dazu muss der marktote Zahn entzündungsfrei werden: Dazu müssen die entzündungsverursachenden Bakterien so weit wie möglich aus dem verzweigten Wurzelkanalsystem im Innern des Zahnes und den Zahnwurzeln unschädlich gemacht werden. Der Zugang erfolgt über die Hauptwurzelkanäle. Diese müssen ausreichend weit mit speziellen Bohrern und Feilen aufbereitet werden, was bei gekrümmten Kanälen mit hohem Aufwand verbunden ist. Das Kanalsystem  muss sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden. Dazu sind in der Regel mehrere Behandlungssitzungen nötig. Schließlich muss die Wurzelfüllung bakteriendicht bis in den Bereich der Wurzelspitze reichen.

 

 

Verschiedene Faktoren mindern die Chancen für eine erfolgreiche Wurzelbehandlung, dazu gehören gekrümmte Wurzeln, schwer auffindbare Kanaleingänge, schwer zugängliche Seitenzähne,  starke Bakterienbesiedlung  im Wurzelkanal und im Knochenbereich um die Wurzelspitze, Zystenbildung u.ä.

 

 

Weitere Risiken der Behandlung sind der  Bruch eines Instrumentes im Wurzelkanal, persistierende Infektionen im verzweigten Wurzelkanalsystem, besonders in den winzigen Seitenkanälen. Diese sind oftmals stark verästelt und  mechanisch nicht zugänglich. Sie können nur mit chemisch-physikalischen Methoden wirkungsvoll therapiert werden. Dazu gehört  z.B. die  seit vielen Jahren wissenschaftlich anerkannte Ultraschall-aktivierte Spülung, die in unserer Praxis seit langer Zeit erfolgreich angewendet wird. Eine weitere Behandlungserschwernis kann die Nähe der Zahnwurzel zu sensiblen Nachbarstrukturen wie Kieferhöhlen oder Nerven darstellen.

 

 

Mit modernen Techniken ist es möglich, die Prognose für den Erhalt eines pulpentoten Zahnes erheblich zu verbessern: Dazu gehören Lupenbrille mit LED-Licht, die möglichst maschinelle Aufbereitung nach standardisiertem Protokoll mit brucharmen Einmal-Wurzelkanalinstrumenten  und  die Ultraschallanwendung, mittels derer Bakterien mit ihren giftigen Abfallprodukten entfernt werden können.

 

 

Thermoplastische Verfahren bei der Wurzelfüllung optimieren deren Dichtigkeit,  EDV-gestützte  Messmethoden erlauben eine exakte Bestimmung der Wurzelkanallänge  und verringern  die Notwendigkeit zusätzlicher Röntgenaufnahmen.

 

 

Durch eine qualitätsgesicherte, auf evidenzbasierten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Therapieabfolge können die meisten so behandelten Zähne über einen langen Zeitraum erhalten werden.

 

 

Um den Behandlungserfolg langfristig zu sichern, werden die Zähne nach einer erfolgreichen Wurzelbehandlung in der Regel durch eine Überkronung und ggfs. mit einem internen Stiftaufbau stabilisiert.