Zahnärztliche Praxisgemeinschaft Folz • Pastior  |  Bahnhofplatz 4  |  82110 Germering

 

Volkskrankheit Parodontitis

Ursache der chronischen wie auch der aggressiven Parodontitis ist immer eine Infektion durch den bakteriellen  Zahnbelag, der sich besonders in den für die Zahnbürste schwer zugänglichen Bereichen bildet: In den Zahnzwischenräumen und den Zahnfleischtaschen.

 

Der Verlauf der Erkrankung unterliegt vielen Einflüssen: Die körpereigene Abwehr hängt ab von der genetischen Disposition, d.h. eine erhöhte Anfälligkeit kann vererbt sein. Vorhandene Grunderkrankungen wie z.B. Diabetes verschlimmern das Krankheitsbild, ebenso Rauchen, erhöhter Stress und vor allem auch bestimmte Medikamente. Am Beispiel einer Diabetes-Erkrankung lässt sich verdeutlichen, wie so eine Wechselwirkung aussehen kann: Ein schlecht eingestellter Diabetes verschlimmert die Parodontitis, was wiederum das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko erhöht und umgekehrt lässt sich ein Diabetes bei einer unbehandelten Parodontitis schlechter einstellen.

 

 

Parodontitis ist  eine  entzündliche Erkrankung der Gewebe des Zahnhalteapparates. Er besteht aus dem sichtbaren Zahnfleisch, dem darunterliegenden Bindegewebe und  dem Knochen. Eine unbehandelte Parodontitis führt zunächst zu Zahnfleischbluten, später zur Zahnlockerung und schließlich zum Zahnverlust.

 

 

Ursache der Parodontitis  sind aggressive Keime im Zahnbelag, die sich in der Zahnfleischtasche  einnisten und dort die Verbindung vom  Zahn zum umgebenden Haltegewebe zerstören.

 



Der Körper reagiert sofort mit einer in der Regel zunächst schmerzfreien entzündlichen Abwehrreaktion, die sich in einer leichten, kaum merkbaren Zahnfleischblutung äußert. Als Folge der Entzündung kommt es zu einer irreversiblen Schädigung der den Zahn umgebenden Stützgewebe und des Knochens: Das Zahnfleisch geht sichtbar zurück, nachdem der darunterliegende Knochen abgebaut wurde. Gleichzeitig gelangen über die Blutbahn die Parodontalkeime in den Körper und schädigen die Gefäße des gesamten Herzkreislaufsystems.

 

Eine chronisch verlaufende Parodontitis kann lange unbemerkt bleiben, weil sie meist schmerzfrei verläuft.               Bei der aggressiven Verlaufsform kann es zu starkem Zahnfleischbluten, plötzlich auftretenden Schmerzen und bis hin zu Fieber kommen.

 

 

Eine unbehandelte Parodontitis richtet im Körper großen Schaden an: Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes  verschlimmern sich, das Krebsrisiko steigt. Bei schwangeren Frauen nimmt das Frühgeburtsrisiko zu. Der Körper versucht mit einer massiven Abwehrreaktion das Eindringen der Keime zu verhindern. Dabei werden die Gewebestrukturen, vor allem auch der Knochen , zerstört. Letztendlich ist der Zahnverlust die letzte Möglichkeit  der körpereigenen Abwehr, die Eintrittspforte für diese Keime in den Organismus zu schließen.